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Zusammen mit der sechsköpfigen Mediengruppe (12-16 Jahre) der Mathilde-Eller-Schule, einem staatlichen Förderzentrum mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung, haben wir Videos produziert und auf YouTube veröffentlicht. Das Themenspektrum reichte von Schule über Freizeit bis hin zum Stadtviertel der Schule. In den 13 kurzen Filmen geht es um Erlebnisse und Geschichten der Schüler_innen, kurze Tutorials, Interviews und Straßenumfragen. Ziel des Projekts war es, die Mitschüler_innen der Mathilde-Eller-Schule und deren soziales Umfeld zu unterhalten und zu informieren.

Darüber hinaus sollen bei den Schüler_innen Entwicklungsfortschritte in den Lernfeldern Persönlichkeit und soziale Beziehung, Denken und Lernen, Kommunikation und Sprache, Deutsch und Medien erzielt werden. Dabei hatten die Jugendlichen die Möglichkeit, ihre Eindrücke und Ideen umzusetzen und einer Öffentlichkeit zu präsentieren. Dabei war uns wichtig, dass die Präsenz von Menschen mit Behinderung nicht als etwas besonderes wahrgenommen wird, sondern als Selbstverständlichkeit.
Die Schüler_innen haben geübt, wie man Beiträge, Filme und Audios produziert, wie man Interviews führt und Texte spricht. Sie entwickelten dabei zunehmend genauere Vorstellungen von der inhaltlichen und technischen Gestaltung der Beiträge. Im Rahmen des Projekts trainierten die Jugendlichen, im Team zu arbeiten und Verantwortung zu übernehmen. Kritikfähigkeit aber auch Toleranz für andere Meinungen wurden während des Projekts geschult. Das war für die Jugendlichen eine besondere Herausforderung, da sie aus verschiedenen Klassen kommen und nur im Rahmen der Mediengruppe zusammenarbeiten.

In der eigenständigen Nutzung von Medien brachten die Jugendlichen unterschiedliche Voraussetzungen mit: der Bogen reicht von keinerlei Vorwissen über basale Kenntnisse in der Handhabung eines Handys und der Informationsbeschaffung am PC sowie der einfachen Nutzung eines Smartphones. Ebenso differieren die Fähigkeiten im Bereich der Kulturtechniken. Das sinnerfassende Lesen einfacher Sätze gelingt einigen nur mit Unterstützung. Die Schüler_innen verstehen Situationen und einfache Zusammenhänge zum Teil mit Unterstützung, zum Teil ohne Hilfe. Dementsprechend ist das Leistungsvermögen beim Formulieren einfacher Sätze und Fragestellungen sehr unterschiedlich. Deswegen waren viel Vorarbeit und Übung notwendig. Die Jugendlichen benötigten stets Anleitung beim Planen von Handlungsabfolgen und beim Lösen von Problemen.
Gut lief die Zusammenarbeit mit der Gruppe und der Lehrerin. Trotz der heterogenen Voraussetzungen der Schüler_innen konnten alle am Projekt teilhaben, d.h. jede_r fand eine passende Aufgabe für sich (Übernahme kleiner Aufträge, Recherchieren, Filmen, kleine Texte und kurze Moderationen schreiben und sprechen, Fragen überlegen, Interviews führen, etc).

Die Schüler_innen trauten sich im Verlauf des Projekts allmählich an immer mehr und unterschiedlichere Aufgabenstellungen heran, zeigten sich selbstbewusster und beteiligten sich aktiver und spontaner an den diversen Aktivitäten.
Sie profitierten in den Bereichen Persönlichkeit und soziale Beziehungen sowie Kommunikation und Sprache über das Führen von Interviews mit Personen aus dem schulischen Umfeld über das Anwenden von Höflichkeitsformen, dem Aufbau eines Blickkontakts, etc. und vor allem bei der Straßenumfrage über das freundliche Zugehen und Befragen von fremden Personen. Freies Sprechen fiel ihnen bei Themen, die sie direkt betreffen und interessierten, zunehmend leichter. Auch die Kooperation innerhalb der Gruppe gelang den Schüler_innen streckenweise besser. Das Einnehmen verschiedener Rollen bewerkstelligten die Schüler_innen immer öfter. Das Formulieren sinnvoller Fragen für Interviews mit Personen des schulischen Umfelds sowie für Straßenumfragen wurde im Verlauf des Projekts immer besser.

Als besonders geeignet, zeigte sich die Produktion von Tutorials. Die Jugendlichen waren hierfür sehr gut motivierbar. Nach dem gemeinsamen Anschauen und Analysieren des ersten DIY-Videos achteten sie beim zweiten auf Ruhe, das Vermeiden von störenden Hintergrundgeräuschen, eindeutige Aufnahmen, planvolles Vorgehen und nahmen aufeinander Rücksicht. Bei Filmaufnahmen entstanden ruhigere Bildsequenzen. Die Umwelt wurde bewusster wahrgenommen, so dass die Schüler_innen zentrale, für die Themen bedeutsame Bilder in den Mittelpunkt rückten. Nicht so gut funktionierte: Stark tagesformabhängig ist die Motivation und Ausdauer der Schüler_innen. Zudem war es für die Schüler_innen schwierig, sich auf die verschiedenen Aufgaben zu fokussieren. So war der Umgang der Jugenlichen untereinander oft sehr unruhig und altersbedingt von pubertierenden Verhaltensweisen geprägt.

Hier findet ihr alle 13 Videos
Wir machen Hot Dogs
Interview mit dem Hausmeister
Wir backen Muffins
Fußball, Tischtennis, Kicker in der Mathilde-Eller-Schule
Interview mit der Konrektorin
Interview mit dem Vertrauenslehrer
Kerzen selber machen – Interview mit dem Werklehrer
Straßenumfrage
Unsere Sommerferien
Welche Medien nutzen wir?
Unser Klassenzimmer
Wir stellen uns vor
Spaziergang durch das Glockenbachviertel und an die Isar