Frühjahrsausschreibung 2021 – Juryentscheidung

Die Frühjahrsausschreibung 2021 stand unter besonderen Vorzeichen. Zum einen musste die Jurysitzung aufgrund der Covid-19-Pandemie online stattfinden. Zum anderen wurden zwischen dem 15. Januar und 18. Februar 2021 insgesamt 26 Förderanträge eingereicht. Eine so große Anzahl an Anträgen gab es in der Geschichte des Förderprogramms nur selten. Dem entsprechend lange tagte die Jury, um die besten und innovativsten Modellprojekte aus diesem riesigen Topf herauszusuchen. Am Ende wurden insgesamt sieben Einreichungen für eine Förderung vorgesehen. Im Zentrum der Frühjahresausschreibung 2021 stand das Thema Bildungsgerechtigkeit. Gefragt waren kreative und innovative Projekte, die einen souveränen Umgang von Kindern und Jugendlichen mit vernetzten Welten fördern, Wertediskurse ermutigen und zum Mitmischen in der digitalen Welt anregen.

Folgende sieben Projekte wurden durch die siebenköpfige Jury für eine Förderung ausgewählt:  

  • Portale (AT) (Diakonie Hasenbergl): Das Projekt möchte eine bunte Palette von Begegnungen und Austauschmöglichkeiten in Mischräumen zwischen digital und virtuell erschaffen. Dabei geht es um die Auseinandersetzung mit folgenden Fragestellungen: Wie stellen wir uns die Schule der Zukunft vor? Wie würden wir gerne lernen? etc. Das Projekt ist nach den Prinzipien der Partizipation und Inklusion ausgerichtet.
  • You Vote (Lernen mit Kick – AWO Kreisverband München-Stadt): Projekttag zum Thema Wahlen. Hierbei soll anhand eines Rollenspiels die Reflexion der Berichterstattung und der möglichen Beeinflussungsversuche sichtbar gemacht werden. Ziel ist es Medienkritikfähigkeiten und Medienkunde bei Jugendlichen zu fördern und sie zu selbstbestimmten Konsument*innen von (politischen) Informationen zu befähigen.
  • „Bau dir deinen virtuellen Club!“ – ein Freiraum für Jugendkultur und künstlerische Projekte (Die Färberei und Köşk – Kreisjugendring München-Stadt): Entstehung eines virtuellen/3D Kunst – und Kulturraums von Jugendlichen für Jugendliche. Die Jugendlichen erlernen das technische Know-How und erhalten zugleich Einblicke in die künstlerische Gestaltung und Nutzung eines virtuellen Raums.
  • very DISC 0 (SPIELMOTOR e.V. München – Theaterfestival SPIELART): Das Projekt fördert Medienkompetenz von Jugendlichen, denen der Zugang zu Bildung mittels Medien gesellschaftlich erschwert ist, die allerdings den Konsum von medialem Content (er)leben. Das Projekt sieht mehrere Beteiligungsebenen vor, um digitalen Formaten mit dem Schwerpunkt Theater und Performance eine digitale Bühne zu geben)
  • Digital Paket für Mädchen – Online aber gemeinsam / Digitales Luftschloss (Echo e.V.): Es soll die Teilnehmerinnen motivieren sich kreativ und medial mit Themenbereichen wie z.B. Bildungsgerechtigkeit, Altersaspekte, Hatespeech, Rassismus, Online-Kommunikation, Nachhaltigkeit etc. auseinanderzusetzen. Es soll die Teilnehmerinnen motivieren sich kreativ und medial mit Themenbereichen wie z.B. Bildungsgerechtigkeit, Altersaspekte, Hatespeech, Rassismus, Online-Kommunikation, Nachhaltigkeit etc. auseinanderzusetzen.
  • CAMPUS – homeschooling Medienprojekte (CAMPUS DI MONACO Internationale Montessorischule München): Nach der Rückkehr in die Schule wollen wir unseren Jugendlichen die Gelegenheit geben, ihre Erfahrungen der Zeit des Homeschoolings zu schildern, sowie Wirkung und Folgen von Cybermobbing zu erkennen und einen Wertediskurs anregen. Ältere Schüler berichten von ihren Erfahrungen (peer-to-peer-Ansatz). Zielgruppe sind Jugendliche mit vorwiegend Fluchterfahrung.
  • Wie würdest du entscheiden? (Münchner Umwelt-Zentrum): Die Jugendliche erlernen die Grundlagen des Storytelling und erarbeiten ein interaktives Video mit kaskadierenden Handlungsentscheidungen. Die Handlung basiert auf einem sogenannten Branching-Scenario, in dem die Zuschauer*innen immer wieder selber entscheiden können, wie es weitergeht.

Die Jury der diesjährigen Frühjahrsausschreibung bestand aus:

Christine Debold (Referat für Bildung und Sport der LH München; Pädagogisches Institut), Linus Einsiedler (Medienzentrum München des JFF), Björn Friedrich (SIN – Studio im Netz e.V.), Sandra Fröhling (FSJ am Medienzentrum München des JFF), Kitty von Korff (Kulturreferat der LH München), Benedikt Löw (Junge Volkshochschule), Marvin Pönisch (Praktikant beim SIN – Studio im Netz e.V.)

Organisation: Sabrina Hillen und Tomasz Zapart (Medienzentrum München des JFF)

Frühjahrsausschreibung 2021: Bildungsgerechtigkeit

Spätestens seit dem Beginn der Covid-19-Pandemie ist offensichtlich, dass das Leben in der digitalen Welt kein Zukunftsszenario ist, sondern alltägliche Realität. Die Erfahrungen mit Distance Schooling und den Onlineangeboten der offenen Kinder- und Jugendarbeit in München zeigen uns, dass es enorme Unterschiede im Zugang zu digitalen Ressourcen gibt. 
Dies gilt nicht nur für Technik und Internetverbindung, sondern auch für die benötigten Kompetenzen und die damit verbundenen Partizipationschancen an der Gesellschaft als auch Kultur. Es geht ganz grundlegend um Fragen von Bildungs- und Teilhabegerechtigkeit, sowie um selbstbestimmtes und kompetentes Handeln in digitalen Gesellschaften.
Die Frühjahrsausschreibung 2021 stellt Bildungsgerechtigkeit als Schwerpunktthema in den Mittelpunkt. Gefragt sind kreative und innovative Projekte, die einen souveränen Umgang von Kindern und Jugendlichen mit vernetzten Welten fördern, Wertediskurse ermutigen und zum Mitmischen in der digitalen Welt anregen. Dem methodischen Spektrum sind keine Grenzen gesetzt, es kann von Kreativprojekten bis zu Barcamps, von der Produktion von Podcast und Webvideos über Memes und GIFs bis hin zu Projekten zu Coding, Wearables, Game- oder Appdesign u.v.m. reichen.

Vergabeverfahren

Mit den Fördermitteln werden modellhafte Projekte mit Kindern und Jugendlichen im Bereich Internet und digitale Medien unterstützt. Klassische Foto- und Videoarbeit wird nicht gefördert, vielmehr sind Apps und Tools gefragt, mit denen Inhalte medial erstellt und online dargestellt werden können.

  • Das Förderspektrum reicht von Tagesveranstaltungen bis zu längeren Projekten.
  • Die Höchstfördersumme für einzelne Projekte beträgt 4.000,- Euro.
  • Das Einbringen von Eigenmitteln ist erwünscht, aber nicht notwendig.
  • Infrastrukturmaßnahmen, die einer Regelförderung bedürfen, können nicht gefördert werden.
  • Ebenso können keine Technikanschaffungen und Ausgaben für Catering oder Aufmerksamkeiten gefördert werden.
  • Maßgabe für die Förderung ist eine Projektpräsentation im Rahmen des Interaktiv-Medienherbstes 2020 sowie die Online-Dokumentation auf dieser Website.

Förderkriterien

Die Projektauswahl trifft eine unabhängige Jury. Diese ist besetzt mit einer Vertretung des Stadtjugendamts, der jeweils nicht beteiligten Organisationsstelle, Jugendlichen und externen Fachkräften. Mit dem Förderprogramm verfolgen wir folgende Ziele:

  • Die Projekte fördern die Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen, erproben neue Formen des Medieneinsatzes in der Bildungsarbeit und/oder regen Kinder und Jugendliche zu einem kreativen und kritischen Umgang mit Medien an.
  • Die Zielgruppe der Projekte sind Kinder und Jugendliche, wobei diejenigen, denen der Zugang zu Bildung und zu Medien gesellschaftlich erschwert ist, besonders berücksichtigt werden.
  • Das Einbeziehen relevanter sozialer Kontextgruppen (Familien, Peergruppen, …) in die Projekte ist wünschenswert.
  • Die Projekte sind im Sinne einer geschlechtssensiblen Medienpädagogik konzipiert.
  • Die Projekte sind modellhaft und werden mit Kindern und Jugendlichen entwickelt.
  • Die Projekte fördern die Partizipation von Kindern und Jugendlichen.
  • Die Projekte bilden die Lebens- und Erfahrungswelten von Kindern und Jugendlichen ab.
  • Die Zielgruppe der Projekte sind Kinder und Jugendliche aus München!