Follow us – Alice and Oscar in Appland

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Der medienpädagogische Workshop entstand in Kooperation mit der Campus di Monaco Montessori Schule, fand in dem Fotostudio des Zwischennutzungsprojektes Shaere statt und erstreckte sich über fünf Tage.

Die 15 Schüler*innen waren aus einer 7./8.Klasse.

Der Themenschwerpunkt des Workshops lag auf der Faszination und dem Einfluss von Influencer*Innen, die über Apps wie „TikTok“, „Instagram“ und „Youtube“ von einem Großteil der Jugendlichen regelmäßig besucht und Teil ihres Alltags werden.

Zuerst wurde untersucht, wie sie zu den Jugendlichen sprechen, welche Strategien sie verfolgen (Werbung, Information, Unterhaltung…) und warum sie dazu motivieren, viel Zeit auf diesen Apps zu verbringen.

Auf Basis dieser Recherchearbeit konnten die Workshopteilnehmer*Innen selbst in die Rolle von Influencer*Innen schlüpfen und eigene Videos erstellen. Sie konnten eigene Ideen erarbeiten, als Clips nachstellen, verändern oder parodieren. Dabei lernten die Teilnehmenden Hilfsmittel wie Greenscreen, Audioaufnahmegeräte, Schnittprogramme und verschiedene Handyapps kennen um diese nach Bedarf einzusetzen. Der Unterschied zwischen dem analogen Spiel und dem digitalen Endprodukt wurde thematisiert und reflektiert. Der Fokus lag dabei nicht auf dem Endprodukt sondern auf dem Experimentieren, Verwerfen, Ausprobieren und Reflektieren des Prozesses.

Wir machten jeden Tag zu anfangs gemeinsame Aufwärm- und Kennenlernübungen, was sich auch über den Workshop hinaus als praktisch erwies, da die Klasse frisch zusammen gewürfelt worden war, und sich die meisten Jugendlichen noch nicht untereinander kannten. Am ersten Tag führten wir nach kleinen Improvisationsübungen niedrigschwellige Kameraübungen (wie präsentiere ich mich etc.) durch. Dabei gingen wir unter anderem auf Möglichkeiten unterschiedlicher visueller Umsetzung (Kameraperspektiven; Handkamera versus Stativ etc.) und Tonaufnahmen (Ansteckmikro; Richtmikro etc.) ein.

Anschließend wurden von den Teilnehmenden Influencer*innen vorgestellt. Die Schüler*innen stellten auch Influencer*innen vor, die sie persönlich nicht mochten, um ein möglich diverses Spektrum abzudecken. Das tägliche Vorstellen von Influencer*innen (Beispiel-Vidoes und/oder Powerpoint) erwies sich als gute Grundlage für Diskussionen über Themen wie Bodyshaming, Mobbing, Rassismus oder Ernährung, sowie dem Gestalten eigener Videos.

Einige präsentierten die bei ihnen populärsten Social Media Apps (Snapchat; TikTok; Twitch u.a.) und gingen dabei auch kritisch darauf ein, wo sich Gefahren bergen (z.B. sexuelle Belästigung bei Snapchat) oder wo ihr Suchtpotential schlummert.

Es entstand ein bunter Reigen an unterschiedlichen Videos, die teils mit dem Handy und teils mit der Videokamera gedreht wurden. Einige arbeiteten dabei komplett selbstständig und zogen sich dafür in andere Räumlichkeiten des Shaeres zurück. Der Schnitt der Videos entstand sowohl gemeinsam in der Gruppe am Computer sowie unter der Zuhilfenahme einer Handyschnitt-App individuell. Final entstanden dabei unter anderem Sporttutorials (Crickets, Basketball; Fußball), eine Schmink-Tutorial-Parodie, ein mit viel Foud-Footage und Memes gespicktes Gaming-Werbevideo, ein sehr ironischer „Apologize“-Clip, sowie eine kritische und grotesk überzeichnete Reflektion zu „Germany’s next Top-Model“.

Fazit:

Die Schüler*innen waren größtenteils sehr zufrieden mit den von ihnen gestalteten Videos und hätten den Workshop gerne fortgesetzt. Es hat sich als dankbar erwiesen, dass wir vergleichsweise viel Zeit zur Verfügung hatten, um somit auch Raum für Diskurse zu haben, die sonst bei kürzeren Workshops eher nicht möglich sind. Um an die Techniken der Theaterimprovisation die Schüler*innen heranzuführen, würde man mehr Zeit benötigen. Die Schüler*innen hatten unter anderem auf Grund der Tatsache, dass sie sich kaum kannten und sie über wenig Theater Erfahrung verfügen Hemmungen sich vor der Gruppe zu exponieren. In den Kleingruppen vieles ihnen leichter Ideen zu erproben und umzusetzen.