„Augmented Munich“ – Digitale Schnitzeljagden durch München

Worum geht’s?

Auf dem und in Zusammenarbeit mit dem Kinderportal pomki.de entsteht – angelehnt an die Idee des Geocachings und in Kombination mit Aspekten der „Augmented Reality“ – eine umfangreiche Karte der Stadt München. Sinn und Ziel dieser Map ist es, Menschen (fast) jeder Altersklasse eine interessante sowie niedrigschwellige Möglichkeit zu eröffnen, verschiedene Facetten der Stadt München auf spielerische Art und Weise zu erforschen und Spaß am Entdecken zu entwickeln. Dies geschieht über eine Vielzahl von Schatzsuchen zu verschiedenen Themen, die – auf lange Sicht angedacht – das gesamten Stadtgebiet überziehen sollen.

Diese Schnitzeljagden zeichnen sich durch ein paar Besonderheiten aus:

  • Sie entstehen in Kooperationen mit Vereinen, Schulen, Horten etc. sowie im Rahmen einzelner Projekttage wie etwa dem Weltkindertag partizipativ mit Kindern und Jugendlichen, die sich in „ihrem“ Stadtteil auskennen, ein Wissen über für sie besondere Orte haben – und diese anderen Menschen gerne zeigen möchten.
  • Die von den Kindern angesteuerten Plätze werden innerhalb der Schatzsuche durch zu beantwortende Fragen, Aufgaben oder Hinweise zu einer Route verknüpft. Somit verlässt man als Suchender mitunter „ausgetretene Pfade“ und wird von den Machern der Schnitzeljagd – also den Kindern – an Orte geführt wird, welche man ansonsten wohl eher selter oder gar nicht zu Gesicht bekommen würde. Man sieht die Stadt somit ein Stück weit „aus Kinderaugen“.
  • Die Schatzsuchen werden mit Hilfe eines eigens dafür programmierten Map-Tools unter Anleitung von pädagogischem Fachpersonal von den Kindern selbst auf dem Kinderportal pomki.de angelegt.
  • Um eine Schnitzeljagd absolvieren zu können, benötigt man ein GPS- sowie internetfähiges Mobilgerät wie etwa ein Smartphone oder Tablet, denn der „Schatzsuchende“ muss sich real in unmittelbarer Nähe eines Kartenpunktes befinden, um Fragen oder Hinweise auf die folgende Station angezeigt zu bekommen. So hangelt sich der Schatzsucher von Ort zu Ort, bis er letztlich am Zielpunkt angekommen ist.
  • Am Ende einer Route wird der tapfere Held letztlich mit einem „Schatz“ belohnt. Dies kann in Form eines kleinen Behältnisses mit Preisen stattfinden, denkbar ist jedoch auch, am Zielort ein „virtuelles Graffiti“ (z.B. mit der App „WallaMe“) zu verstecken, über welches der oder die Suchende schließlich einen kleinen Preis vom Kinderportal pomki.de bekommt.

Zielgruppe

Die Hauptzielgruppe sind Kinder ab dem Grundschulalter, die lesen können, sowie Jugendliche. Alter, Herkunft, und Geschlecht spielen dabei keine Rolle.
Angedacht sind ebenso längerfristige Kooperationen mit Horten, Schulen, Freizeiteinrichtungen oder anderen Organisationen, die mit Kindern und Jugendlichen pädagogisch arbeiten. Prinzipiell spricht auch nichts dagegen, das Erstellen von Schnitzeljagden Erwachsenen zu eröffnen.

Ziele

Den teilnehmenden Kindern und Jugendlichen wird Wissen vermittelt in der Handhabung verschiedener technischer Geräte und Apps wie etwa Handy, Tablet, Kamera, Laptop, Bildbearbeitung und so weiter. Zudem sollen sie einen ersten Einblick in Themen wie Global Positioning System (GPS), Satelliten, Koordinaten und Tracking bekommen.
Darüber hinaus findet durch den kreativen Prozess des Bastelns einer Schnitzeljagd auf spielerische Art und Weise eine Auseinandersetzung, Aneignung und Veränderung der Lebenswelt „Stadt München“ statt.

Im Rahmen längerfristiger Projekte ist es auch denkbar, Schatzsuchen zu erstellen, die an bestimmten Themen oder Schulfächern orientiert sind: geschichtliche Ereignisse in München, besondere Gebäude, Natur etc.

Bei Interesse ist es möglich, anderen Trägern und Einrichtungen ein Account einzurichten, so dass das Map-Tool selbstständig genutzt werden kann.

Durchführung

Die Projektphase wurde an jeweils einem Tag in den Monaten September, Oktober und November durchgeführt.

Erste Erfahrungen sammelten wir auf dem Weltkindertag  im Stadtteil Sendling. Etwa einen Monat später entstand eine weitere Schnitzeljagd im Rahmen des „Tag der Kinderinternetseiten“ rund um das Jugendinformationszentrum (JIZ) in der Altstadt. Zuletzt fand Ende November noch ein Projektnachmittag in der Freizeitstätte TRAFIXX (Feierwerk e.V.) in Obersendling statt.

Insgesamt waren an den 3 Projekttagen 15 Kinder beteiligt: 2 Mädchen und 13 Jungen.

 

Praxisbeispiel

Basteln einer Schnitzeljagd

Um die oben ausgeführten theoretischen Erläuterungen (be-)greifbarer zu machen, wird hier exemplarisch auf den Pilotprojekttag am Weltkindertag am 20. September 2017 eingegangen.

Dieser fand dieses Jahr auf dem Neuhofener Berg im Stadtteil Sendling statt. Zwei der vielen Kinder, die dort hin kamen, waren die Mädchen Anna und Noemi. Sie waren neugierig auf die „digitalen Schnitzeljagden“ und erklärten sich bereit, die erste Schatzsuche zu basteln.

 

Nach einer kurzen Einführung am Tablet, bei der wir den beiden erklärten worum es bei den Schnitzeljagden geht, wie die Benutzeroberfläche aussieht, wofür die Felder stehen und was  beim Ausfüllen derselben wichtig sei, legten die beiden Viertklässlerinnen sofort los.

 

Als erstes steuerten Anna und Noemi das Baumhaus am Neuhofener Berg an. Dies sollte der Startpunkt ihrer Schnitzeljagd werden.

 

 

Nach einer kurzen Phase des Überlegens fiel den beiden bald eine Frage ein. (Links sehen Sie, wie aktuell das Formular zur Erstellung eines Ortes aussieht.)

 

Auch die weiteren Orte waren anschließend schnell gefunden: Eine Steinstatue inmitten der Wiese, ein Spielplatz und zu guter Letzt ein Pavillon im Norden der Grünanlage. Insgesamt waren die zwei Mädchen etwas über eine Stunde mit dem Erstellen der Schnitzeljagd beschäftigt.

Spielen einer Schnitzeljagd

Auf einem Smartphone oder Tablet stellt sich die Schatzsuche wie folgt dar:

 

< Auf der Karte ist der Startpunkt sichtbar sowie Informationen darüber, wie weit dieser noch von der eigenen Position entfernt ist.

 

 

 

< Erst wenn man sich dem Ort auf 20 Meter oder weniger angenähert hat, erscheint der Link zur ersten Frage.

 

 

 

< Die Frage selbst soll so gestellt sein, dass die Antwort vor Ort zu finden ist. Alternativ kann jedoch auch eine kleine Internetrecherche von Nöten sein. Abhängig von der Anzahl der Antwortversuche bekommt der oder die Suchende Punkte gutgeschrieben.

 

 

< Nachdem die richtige Antwort gefunden ist, erscheint auf der Karte der nächste Ort, den es anzusteuern gilt, und die Prozedur wiederholt sich.

 

 

Wie geht’s weiter?

  • In Kooperation mit dem Contentmanager des Kinderportals pomki.de wird das Map-Tool kontinuierlich erweitert und optimiert werden.
  • Zukünftig soll zudem ein größeres Augenmerk auf den Ausbau das Bausteins der Augmented Reality gelegt werden. Aktuell versuchen wir herauszufinden, inwieweit die App „WallaMe“ für diese Zwecke geeignet ist (auch unter pädagogischen Gesichtspunkten betrachtet), mit der sich Wände o.Ä. mit „virtuellen Graffitis“ versehen lassen.
  • Im nächsten Jahr ist darüber hinaus geplant, weitere Einrichtungen aus allen möglichen Stadtteilen ins Boot zu holen, um die Karte mit vielen weiteren Schnitzeljagden zu bereichern.

Über einen Klick auf das folgende Bild kommen Sie zu allen Schatzsuchen, die es bisher auf pomki.de gibt: